Einfach mal Sommer

Im Grunde kann man den Sommer doch eigentlich nur lieben. Na klar, die eine Hälfte der Leute meckert, dass es nicht so warm, so schön oder so toll ist, wie irgendwann vor fünf oder zehn Jahren und die andere Hälfte beschwert sich durchgängig über die unerträgliche Hitze. Und wie wir alle wissen stellt sich dieser Zustand nicht erst nach drei Monaten brütendem Hochsommer, sondern schon nach den ersten zwei wirklich sonnigen Junitagen ein. Irgendwas wird schließlich immer gefunden, über das es sich gepflegt herziehen lässt.

Da ich schon aus Prinzip ein großer Freund des Sommers und tropischen Temperaturen bin, geht die typische deutsche und omnipotente Miesepeterstimmung aber gerade mal kompromisslos an mir vorbei. Was kann es schöneres geben, als einen herrlichen Sonnenuntergang, tolle Musik auf den Ohren und ne kühle „Milch“ in der Hand, um gebührend den Feierbend und das aufziehende Wochende zu begrüßen. Ganz egal, ob für die kommenden Tage schon wieder wolkenverhangene Himmel und drübe Aussichten gemeldet wurden. Einfach mal den Kopf ausschalten und den Moment genießen.

Da könnte man jetzt bestimmt noch was tiefgreifend Philosophisches zu schreiben, aber ganz ehrlich … nö. Lieber die Gedanken treiben lassen und den schönen Abend genießen. Prost, Freunde!

Woran man merkt, dass man auf dem Land lebt:

Mein kleines, verträumtes Heimatörtchen misst keine 1.200 Seelen. Hier ist alles sehr überschaubar. Drei Dutzend Straßen, eine Kirche, ein Kindergarten und jede Menge Bauernhöfe. Wenn die alten Leute den Mund aufmachen, verstehe ich weniger als im tiefsten Ural – und ich kann kein Wort Russisch. Einen Steinwurf entfernt grasen Kühe auf der Weide, hier sagt jeder Du zu anderen und Kinder werden grundsätzlich durch den Familiennamen der Urgroßeltern zugeordnet. Internet gibt es hier in einer DSL-1000-Light-Version, die im Grunde nur ein schnelles ISDN ist, und Mobilnetzemfang ausnahmslos dann, wenn der Wind günstig steht. (Ja, okay. Das war übertrieben. Funkwellen verbreiten sich wetterunabhängig. Im dritten Stock, im äußeren Giebel des Daches habe ich immerhin zwei Balken Empfang!)

Sobald sich die Sonne hinter dem nächsten Hügel verkrümelt, passiert hier nichts mehr. Keine Ahnung, ob man sich dieses „Nichts“ überhaupt vorstellen kann. Es gibt hier keine Autobahn, kein Flughafen und selbst die Straßenlaternen werden irgendwann zu mindestens 70% ausgeschaltet. Spätestens ab Mitternacht kann man Stecknadeln fallen hören, wortwörtlich! Kein Licht in den Hinterhöfen, kein Fernsehflimmern hinter den Gardinen. Alles dunkel, alles tot. Vollkommener Stillstand. Als hätte man die gesamte Welt in einen Tiefschlaf versetzt. Selbst der gigantische Sternenhimmel wirkt wie in Eis gegossen. Romantisch? Durchaus.

Aber: Seit ein paar Monaten gibt es neue Nachbarn in meiner Straße. Man ahnt vielleicht, was jetzt kommt. Ich möchte an dieser Stelle nicht so spießig wirken, wie der Rest der alten Leute hier. Ich habe schließlich auch meinen Spaß. Das trifft aber längst nicht auf alle zu! Diese Nachbarn jedenfalls, mit an Sicherheit grenzende Stadtmenschen, die aus unerfindlichen Gründen unbedingt ins Nirgendwo ziehen wollen, haben sich ziemlich schnell ziemlich unbeliebt gemacht – wer hätte das gedacht. Wie die sich auch anziehen … und nicht mal Hallo sagen sie. Absolut unerhört.

Gestern Nacht dann das denkwürdige Highlight. Der (uneheliche!) Lebensgefährte mit Migrationshintergrund(!) der Mieterin(!) des besagten neu renovierten(!) Fachwerkhauses, hat sich nämlich einen sehr schmackhaften Fauxpax geleistet. (Ich habe zunächst mal markiert, woran man sich im Dorf auch ohne Fehltritt schon gestört hat). Punkt 3:49 Uhr zündet ebenjener Mann seinen mindestens 250PS Boliden und tritt erst mal gepflegt das Standgas durch. Neonscheinwerfer, laute Musik und das enge Gässchen rund herum, das wie ein Trichter all das noch einmal ums dreifache verstärkt. Zur Anschauung: Bei völliger Stille, über Stunden hinweg, wirkt das in etwa, als wäre soeben der Dritte Weltkrieg vor deiner Haustür ausgebrochen.

Zu diesem Zeitpunkt stand ich natürlich schon mit einem wissenden und äußerst schelmischen Grinsen (von einem Ohr zum anderen) am Fenster. Denn ich wusste sofort, was da draußen gerade für ein ziviler Ungehorsam praktiziert wurde! Es bedurfte etwa 6-7 Anläufe, bis der riesige Schlitten aus dem Hof ausgeparkt war. Im Anschluss wurde die Karosse so abgestellt, dass die Scheinwerfer direkt in das Schlafzimmerfenster der Nachbarin gegenüber (82, Katzenoma) leuchteten, ehe nach zehn Minuten und in aller Gemütsruhe schließlich das Hoftor geschlossen war. Natürlich bei weiterhin röhrendem Motor. Parallel dazu schrien übrigens die drei Katzen der Katzenoma hinter der nächsten Mülltonne aus Leibeskräften (vermutlich bedingt durch Lautstärke und Flutlicht) in einem geradezu infernalischem Chor um die Wette. Zusammengefasst: Das hörte sich ungefähr so an, als ob die Krabbelgruppe unter einen Leopard Panzer geraten wäre.

Nach und nach gingen rund herum alle Lichter an. Es gab mindestens einen Herrn, der sich brüllend und gefühlte drei Straßen weiter, für seine Nachtruhe einsetzte. Oh, nicht zu vergessen die Katzenoma, die bewaffnet mit einem Hocker(!) und eingehüllt in ihrem geblümten Bademantel aus der Haustür stürmte. Bürgerkriegsähnliche Zustände, sag ich nur. Die Empörung hielt bis in die frühen Morgenstunden, es wurde sich sogar noch in selbiger Nacht auf der Straße getroffen und lauthals gelästert. Ich gehe davon aus, dass die Polizei nur aus dem Grund nicht anwesend war, weil die einzige Streife in unserem Landkreis in der benachbarten (40 Kilometer entfernten) Kreisstadt unterwegs war.

Man muss es einfach lieben, dieses Landleben.

10 Jahre YouTube – Und alle so: Yeah!

Eben habe ich meine tägliche Runde auf YouTube abgeschlossen und dabei gerade noch so am neuen Logo das große Jubiläum entdeckt. Wäre mir tatsächlich entgangen. Aber was solche Hinweise angeht, ist Google ja allgemein sehr verlässlich. Tja, keine Ahnung. Eigentlich will ich aus diesem Beitrag keine Dauerwerbeschleife für einen ohnehin schon (über-)mächtigen Internetkonzern machen – mal davon abgesehen, dass YouTube das auch gar nicht nötig hat. Selbst wenn ich hunderttausende Leser hätte …

Trotzdem muss ich an dieser Stelle einfach ein Loblied auf diese Plattform singen. Da könnte man zweifellos einige kontroverse Themen anschneiden, die, je nach Meinung, entweder darin münden, dass Soziale Medien uns die Zeit klauen, das Sozialverhalten zerstören und unsere Kinder verderben oder aber, dass sie das Leben in vielerlei Hinsicht bereichert haben. Ganz nonchalant gebe ich an dieser Stelle einfach mal zu, zu letzterer Sorte zu gehören. Man muss auch überhaupt kein Facebook-Jünger sein, jeden neuen Trend mitmachen, der aus den Staaten zu uns rüberschwappt, um zu verstehen, was ich meine. Angefangen bei Instagram und aufgehört bei Snapchat. Nein, YouTube möchte ich gerade deshalb ausklammern, weil es mein Medienverhalten wirklich nachhaltig verändert hat und das, wie ich finde, im positiven Sinne.

Als Kind haben mir meine Eltern zu keinem Zeitpunkt einen eigenen Fernseher im Zimmer gestattet, was ich damals erwartungsgemäß eher weniger prickelnd fand. Mit fortschreitendem Alter und der Fähigkeit eigene halbwegs fundierte Entscheidungen zu treffen, habe ich dann allerdings auch gar keinen Gedanken mehr an diesen sehnlichen Kindheitstraum verschwendet. Somit kann ich meinen Eltern an dieser Stelle wohl nur einen fettem Daumen nach oben geben. Denn bereits im Jahre 2007 kam ich mit dem ersten YouTube Video in Kontakt und habe mich gleich von Anfang an verliebt. Ach ja, das war übrigens der Pokémon Themesong à la Smosh. Sehr zu empfehlen! Würde ich ja verlinken, aber das Video ist schon vor Jahren der vollkommen zurückgebliebenen Einstellung Nintendos zum Thema Soziale Medien zum Opfer gefallen.

Damals, zu Zeiten, in denen Nerds noch nicht cool waren, schlug mein junges Nerdherz jedenfalls in ungekannten Höhen. Im Großen und Ganzen bin ich der Plattform seither auch durchgehend treu geblieben. Nicht nur das. Im Grunde läuft der Großteil meines gesamten Bewegtbildkonsum selbst heute noch über YouTube. Wann ich will, wo ich will und sooft ich will. Mit echten Leuten, die entweder genauso abgedreht oder sogar noch schlimmer drauf sind. Ich bin natürlich nicht naiv genug zu glauben, dass YouTube noch genauso unschuldig wie 2007 ist. Der Kommerz ist längst auch dort angekommen. Geskriptete Projekte, Verkauf von Reichweite und knallharte Verträge. Mit ein bisschen Mediengespür und einigermaßen gesundem Menschenverstand wird man aber auch heute noch fündig. Mit Twitch und Netflix (da oute ich mich jetzt auch einfach mal, wo ich schon dabei bin), sind zwei weitere Plattformen dazu gekommen, die ich sehr feiere, die YouTube aber vermutlich niemals völlig den Rang ablaufen werden. Insofern mache ich mir da keine Sorgen.

Bleiben mir nun viel Nostalgie und schöne Erinnerungen, die leider völlig diesen Rahmen sprengen würden. Allerdings möchte ich mich einfach mal ganz allgemein und ungerichtet bei Herrn Internet bedanken, dass ein Konzept wie YouTube überhaupt funktioniert. Irgendwann, wenn ich Zeit und Muße habe, werde ich vielleicht sogar meine Meinung runterschreiben, warum ich glaube, dass Plattformen wie diese in spätestens zwanzig Jahren alle heute etablierten Medien ersetzen werden. Bis dahin freue ich mich auf weitere zehn Jahre YouTube. Ich bereue keine einzige Sekunde und keinen einzigen Klick. Einziger Wermutstropfen: Trotz Veteranenstatus und Early-Adopter-Swag habe ich in all den Jahren nur ein einziges Video hochgeladen, das lange schon nicht mehr existiert. Irgendwann, und das ist ein heiliges Versprechen, werde ich YouTube auch etwas von mir überlassen und sei es nur, um mich in die millionen anderen Ranzvideos einzureihen und einmal diese Erfahrung gemacht zu haben. (Leider fehlt mir bisher noch die nötige Katze).

Der Leistungsdruck zur Selbstverwirklichung

Eigentlich möchte ich nur ungern mit einem ernsten Thema anfangen. Und was gibt es schon Ernsteres als die eigene Existenz? Die eigene Zukunft?
Wenn sich meine Gedanken in diesen düsteren Bereich meines Unterbewusstseins einschleichen, hat das meist zufolge, dass ich danach Stunden lang gegen ein wirklich ätzendes Stimmungstief ankämpfen muss. Düster ist dieser Bereich meines Unterbewusstseins nicht deshalb, weil es sonderlich schlecht um meine Zukunft stehen würde. Auch ist eine waschechte Depression bei dem Gedanken an meine momentane Lebenssituation selbst mit viel Fantasie nicht gerechtfertigt.

Doch darum geht es dabei es auch gar nicht. Vielmehr befinde ich mich gerade einer dieser typischen Umbruchsphasen, die man ein paar Mal im Leben hat. Zum Beispiel direkt nach Abschluss der Schule oder wenn man in eine fremde Stadt zieht und seinen gesamten Alltag neu erfinden muss. Man könnte also quasi von einem absoluten Luxusproblem sprechen. Denn auf der Haben-Seite stehen bei mir zumindest eine richtig gute (und leider auch unverschämt teure) Ausbildung, der Rückhalt von Familie und Freunden und die nötige Energie, mit Volldampf ins „richtige“ Leben zu starten. Wenn man das so liest, ist das wohl absolut kein Grund, sich über irgendwas zu beklagen. Ganz im Gegenteil.

Als lästig empfinde ich diese Gedanken auch nur deshalb, weil mir womöglich einfach viel zu viele Wege offenstehen und weil diese einzelne Entscheidung nun mal auch so verdammt wichtig ist. Ich will jetzt nicht die Statistiken und Studien auspacken, die in etwa besagen, dass der erste richtige Job absolut wegweisend für die gesamte Karriere und somit auch mehr oder weniger das gesamte Leben sein wird. Hat schon gereicht, als ich das das erste Mal gelesen habe! Letztlich ist es vermutlich völlig belanglos, wohin man seine erste Bewerbung schickt. Denn erstens kenne ich niemanden, der sein gesamtes Leben dieselbe Arbeitsstelle ausgefüllt hat und zweitens sagt dir jeder, der schon ein paar Jahre im Berufsleben steckt, dass man auf die eine oder andere Weise sowieso seinen Weg findet und am Ende was völlig anderes macht, als man in der Uni gelernt und sich in seinen Träumen ausgemalt hat. Ohnehin glaube ich, dass man eine Entscheidung mit solcher Tragweite nur sehr schwer vorausplanen kann.

Die eigentliche Krux liegt für mich persönlich aber in einem viel grundsätzlicheren Problem: Will ich wirklich Teil dieser unmenschlichen Erfolgsmaschinerie werden, mich durch immer hirnrissigere Bewerbungsschikanen quälen, um am Ende was zu machen, was zwar gut bezahlt wird, aber auch den größten Part meines Lebens einnimmt? Oder gebe ich mich mit weniger zufrieden, bin dafür auf lange Sicht glücklicher, ausgeglichener und erfüllter? Vermutlich schlägt das exakt in die Kerbe, die man der Generation-Y, wie man uns netterweise bezeichnet, vorgehalten wird. Der Luxus der Selbstverwirklichung schon in sehr frühen Jahren wirkt sich offenbar doch erheblich auf den Charakter aus. Aber mal ehrlich: muss ich deshalb trotzdem sang- und klanglos das allgegenwärtige Leistungsdenken und Optimierungsgebot unserer heutigen Gesellschaft akzeptieren? Der Gedanke ist mir jetzt schon zu wider, obwohl ich damit noch nicht einmal voll in Berührung gekommen bin. Und leider bremmst diese Erkenntnis doch enorm aus.

Vielleicht sollte man da zunächst mal am eigenen Leistungsdruck zur Selbstoptimierung schrauben, bevor man sich über Gott und die Welt beschwert. Na ja, dann hatte das gedankliche Gequäle am Ende ja doch was Gutes. So ein bisschen Selbstreflexion hat schließlich noch nie geschadet.

Einmal frische Motivation, bitte!

Gestern Abend hat sich nach langem und treuen Dienst meine Tastatur verabschiedet. War tatsächlich ein durchaus emotionaler Moment. Wenn man bedenkt, wie viele Millionen Tastenanschläge, wie viele Romanseiten und wie viele fantastische Spielstunden alleine die WASD-Leertasten- Kombi mitgemacht hat. Da wird ein mechanisches Stück Plastik und Metall schnell mal zu einem guten Freund, mit dem man Höhen und Tiefen und ein paar wirklich einzigartige Momente erlebt hat. Und jetzt ist dieser treue Gefährte für immer gegangen. In den Walhall der Eingabegeräte eingezogen, wo es an in Kaffee ertränkten Helden und in Wut zerschmetterten Veteranen nicht mangelt.

Möglicherweise übertreibe ich gerade ein wenig … Aber ich habe wirklich ganze Arbeit geleistet. Totale Zerstörung, keine Chance zur Reanimation. Denn soviel muss man mir durchaus zugestehen: Ich gehöre zumindest zu denen, die nichts unversucht lassen und gerne auch mal die ganze kommende Woche in eine vollkommen hirnrissige „Reparatur“ investieren. Bei so einer Kosten-Nutzen-Rechnung würde jeder Controller den sofortigen Herzinfarkt erleiden.
Aber von dieser Idee habe ich mich schnell wieder verabschiedet. Da musste leider ein Ersatz her und diesen Schritt habe ich heute auch mit überraschender und ebenso kaltblütiger Effizienz durchgezogen. Ich bin in den exakt selben Elektronikmarkt, schnurstracks auf die richtige Regalreihe zugehalten und ein baugleiches Exemplar gegriffen. Der ganze Einkauf hat keine fünf Minuten gedauert, auch wenn mein erster Anlauf inzwischen schon Jahre zurückliegt. Ein bisschen reumütig habe ich dann an der Kasse darüber nachgedacht, wie schnell sich mein „unersetzlicher“ Freund ersetzen ließ.

Bis ich schließlich die neue Tastatur in den Händen hielt. Es ist schon erstaunlich, wie sehr so ein Gerät leidet, wenn man es tagtäglich und über Jahre malträtiert. Noch erstaunlicher ist es aber, wie toll sich ein völliges Neues unter den Fingerspitzen anfühlt. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, wann ich jemals so motiviert zu Werke gegangen bin, wie am heutigen Tag. Für nicht mal 30 Euro ein wahrlich guter Deal möchte man meinen.

Ein letzter großartiger Dienst von meinem alten Gefährten! Man wird dich nicht vergessen!

Wasserhähne for Weltherrschaft!

Ich erinnere mich an Zeiten, wo in Agentenfilmen die Kugelschreiber eine ebenso tödliche wie kuriose Nebenrolle gespielt haben. Heute, etwa 20-30 Jahre später, kann man darüber wohl nur noch müde lächeln. Schließlich kannten die damals noch kein Internet, geschweige denn Smartphones und ähnliches. Heute braucht es keine gut versteckten Wanzen in Kugelschreibern mehr. Da wird gleich das Gerät übernommen, das die Zielperson ohnehin Tag ein Tag aus in der Tasche mit sich trägt. Mal abgesehen davon ist man bei Wikipedia sogar überzeugt, dass allein in Deutschland im Schnitt jeden Tag ein Mensch durch einen Kugelschreiber stirbt. Ich würde mich ja wundern, aber … nein, nicht wirklich.

Umso erstaunlicher, dass man inzwischen einen weiteren gänzlich unverdächtigen Gegenstand ins Visier genommen hat und daraus wohl eine ähnlich tödliche Waffe werden lässt! Zumindest aber ein diabolisches Werkzeug, um stückweise die Weltherrschaft an sich zu reißen. Irgendjemand hat aber glücklicherweise aufgepasst, weshalb betreffende geheimdienstliche Stellen nun eilig den Rückzug antreten. Wie sollte es sonst zu erklären sein, dass ständig Sanitärausstattung aus Ministerien und BND-Zentralen verschwindet. Und sind wir mal ehrlich: Da muss ja ein gewaltiger Aufwand betrieben werden, um das Beweismaterial aus solch empfindlichen und rund um die Uhr peinlichst überwachten Bereichen zu entfernt.

Ich denke, wir können wirklich froh sein, dass man von offizieller Stelle einen solchen Druck ausübt. Vortreffliche Gegenspionage. Einfach toll! Wäre nicht auszudenken, wenn unsere Politiker auch weiterhin beim Händewaschen sinnesvernebelnde Halluzinogene aufnehmen würden.

Obwohl …

Die Frage nach dem „Warum“

Seit geraumer Zeit denke ich darüber nach, einen Blog zu starten.

Am Anfang fand ich die Idee ziemlich gut. Weil ich gerne Schreibe und ab und zu das dirgende Bedürfnis habe, komplett sinnentleert vor mich hin zu philosophieren. Aber dann kamen tausend andere Sachen dazwischen und irgendwann war das fragile Gleichgewicht von Motivation und Faulheit wieder mal gekippt. Kann man ja dann machen, wenn wieder Zeit da ist. Wie das eben so läuft. Aus gegebenem Anlass griff ich die Idee dann letztens wieder auf und erzählte ein paar Leuten aus meinem Umfeld davon. Möglicherweise einfach deshalb, damit es mir schwerer fallen würde, wieder einen Rückzieher zu machen. Denn an dem Zeitproblem hat sich eigentlich nichts geändert. Dabei stieß ich dann aber auf ein gänzlich anders gelagertes Problem: Erstaunlich viele dieser Leute fragen nach dem “Warum”.
“Du willst ein Blog starten? Warum, zur Hölle?” Oder: “Warum ausgerechnet ein Blog? Macht man so was heute überhaupt noch?”.
“Warum jetzt …”, “Warum du …?”, “Warum … warum?”

Inzwischen vermute ich, dass es einfach nur eine nette Art war, mir davon abzuraten. Wie man das eben von Freunden erwartet, wenn man mit einem blöden Einfall daher kommt. Im Grunde waren die Einwände ja auch gar nicht verkehrt. Schließlich liest heute doch eh kein Mensch mehr, ganz zu schweigen von irgendwelchen Blogs, die ohne Konzept und suchmaschinenrelevanten “Content” in den Tiefen des Internets vor sich hindümpeln. Die Leute wollen Videos, maximal zweieinhalb Minuten, kurzweilig, lustig. Hab ich kapiert, gehöre ich manchmal durchaus auch zu, gefällt mir aber trotzdem nicht. Davon gibts inzwischen sowieso schon mehr als genug. Auch ohne mich.

Frisch entmutigt, habe ich mir dann aber glücklicherweise – und vollkommen unbewusst noch dazu – selbst die Frage gestellt, was ich eigentlich damit erreichen will. Und die Antwort darauf: Warum denn überhaupt irgendwas damit erreichen wollen? Warum denn irgendwen von irgendwas überzeugen wollen? Ich könnte doch auch einfach mal machen. Ohne größeren Plan dahinter, ohne klares Ziel vor Augen. Statt so lange über das Für und Wider nachzudenken, bis aus Motivation wieder Zweifel geworden ist, könnte ich doch auch einfach anfangen.

Warum denn eigentlich nicht?